Herdengröße und Sozialverhalten – wie Beziehungen in der Herde entstehen

In unserem Bewegungsstall leben rund 30 Stuten und Wallache unterschiedlichen Alters und verschiedener Rassen – vom Pony bis zum Großpferd – gemeinsam in einer Herde.

Dabei erleben wir jeden Tag, dass eine Herde weit mehr ist als eine bestimmte Anzahl von Pferden. Im gemeinsamen Alltag entstehen vertraute Sozialkontakte und feste Bindungen innerhalb der Herde.

Eine Herde besteht aus Beziehungen

Im gemeinsamen Alltag entstehen vertraute soziale Beziehungen, die sich beim Fressen, Ruhen, bei der Fellpflege und im täglichen Miteinander zeigen.

Manche dieser Beziehungen bestehen über viele Jahre.

Gerade diese gewachsenen Verbindungen prägen das Herdenleben bei uns. Viele unserer Pferde leben lange miteinander und kennen sowohl ihre Herdenmitglieder als auch den gemeinsamen Tagesablauf sehr genau.

So entsteht eine vertraute Gemeinschaft, in der die Pferde vielfältige Sozialkontakte leben können.

Raum für den gemeinsamen Alltag

Zu unserem Bewegungsstall gehören rund 5.000 m² befestigte Bewegungsfläche sowie mehr als sieben Hektar Koppeln.

Die Anlage ist so aufgebaut, dass die Pferde verschiedene Bereiche im Tagesverlauf selbstständig aufsuchen können. Heu, Wasser, Liegehallen und weitere Funktionsbereiche liegen an unterschiedlichen Stellen der Anlage und sind jederzeit frei erreichbar.

Dadurch nutzen die Pferde den vorhandenen Raum ganz selbstverständlich: Sie bewegen sich zwischen den einzelnen Bereichen, gehen gemeinsam auf die Koppel, fressen, ruhen und verbringen Zeit mit ihren Herdenmitgliedern.

Gemeinsame Haltung und individuelle Versorgung

Die gemeinsame Heuversorgung wird bei Bedarf durch eine individuell steuerbare Fütterung einzelner Pferde ergänzt.

Heu steht der gesamten Herde an vier frei zugänglichen Heuraufen rund um die Uhr zur Verfügung.

Ergänzend haben wir technische Möglichkeiten, mit denen einzelne Pferde individuell versorgt werden können. Der Kraftfutterautomat ermöglicht eine für das jeweilige Pferd festgelegte Futtermenge, die über den Tag verteilt abgerufen werden kann. Zusätzlich steht ein zeitgesteuerter Heuautomat zur Verfügung.

Diese Automaten ergänzen die allgemeine Fütterung und ermöglichen eine individuell abgestimmte Fütterung nach Menge und Zeit.

Mehr über unsere Anlage und Fütterung erfahren

Neue Pferde lernen die Herde Schritt für Schritt kennen

Auch die Eingliederung gehört für uns zu einem gut funktionierenden Herdenleben.

Dafür nutzen wir seit 2014 ein festes vierstufiges Konzept. Das neue Pferd lernt zunächst die Anlage und seine neuen Herdenmitglieder kennen, bevor es Schritt für Schritt vollständig am gemeinsamen Herdenalltag teilnimmt.

Wie dieser Ablauf konkret funktioniert, zeigen wir ausführlich auf unserer Seite zur Eingliederung neuer Pferde.

Unsere vier Schritte der Eingliederung ansehen

Gewachsene Beziehungen prägen unsere Herde

Wenn man unsere Pferde über längere Zeit beobachtet, erkennt man schnell die vielen Beziehungen innerhalb der Herde: Pferde, die regelmäßig gemeinsam unterwegs sind, zusammen ruhen, sich gegenseitig Fellpflege geben oder über Jahre hinweg eng miteinander verbunden bleiben.

Genau dieses gewachsene soziale Gefüge ist für uns ein wesentlicher Bestandteil des Bewegungsstalls.

Die Herde bietet den Pferden jeden Tag die Möglichkeit, Sozialverhalten nicht nur gelegentlich, sondern als selbstverständlichen Teil ihres Alltags zu leben.