Vom Boxenpferd zum Herdenpferd

Der Wechsel von der Box in eine Herde verändert für ein Pferd viele Bereiche seines Alltags. Es begegnet anderen Pferden, bewegt sich frei innerhalb der Anlage und lernt neue Abläufe kennen. Was zunächst neu ist, wird Schritt für Schritt zum selbstverständlichen Alltag.

Pferde bleiben Herdentiere

Pferde sind von Natur aus soziale Herdentiere – unabhängig davon, wie sie zuvor gehalten wurden. Beim Wechsel in eine Herde bekommen sie die Möglichkeit, ihr natürliches Sozialverhalten im täglichen Zusammenleben mit anderen Pferden umfassend auszuleben.

Sie kommunizieren über Körpersprache, achten auf Abstände, knüpfen soziale Kontakte und orientieren sich an anderen Pferden. Diese Verhaltensweisen gehören zum natürlichen Wesen des Pferdes.

Jedes Pferd lernt seine neue Umgebung in seinem eigenen Tempo kennen. Unser Integrationskonzept gibt dafür einen klaren Rahmen.

Der erste Kontakt mit der neuen Herde

Zu Beginn steht dem neuen Pferd bei uns unter anderem eine 5 × 5 Meter große Integrationsbox zur Verfügung. Auf 25 Quadratmetern hat es viel Platz. Die etwa 1,50 Meter hohen Wände ermöglichen gleichzeitig den Kontakt zu den anderen Pferden.

Von dort aus lernt das Pferd seine neue Umgebung und die Herde kennen.

Wie die einzelnen Schritte unserer Eingliederung aussehen, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zur Integration neuer Pferde.

Ein Beispiel aus unserem Stall

Besonders eindrucksvoll war für uns die Entwicklung einer Stute, die ihr bisheriges Leben nahezu ausschließlich in einer Box verbracht hatte.

Bereits in den ersten beiden Tagen in unserer Integrationsbox suchte sie intensiv den Kontakt zu den anderen Pferden. Sie beobachtete die Herde und orientierte sich zunehmend an ihr.

Keine zwei Wochen später war sie vollständig in die Herde integriert.

Mit der Ruhe, die sie dort fand, veränderte sich auch ihr Verhalten unter dem Sattel deutlich. Vor ihrer Ankunft galt sie als schwierig zu reiten. Rund drei Monate später vertraute ihre Besitzerin ihr so sehr, dass sogar ihre damals fünfjährige Tochter auf ihr ritt.

Natürlich war nicht allein die Herde für diese Entwicklung verantwortlich. Die neue Haltung, die Integration, der tägliche Umgang und die Erfahrungen, die das Pferd in dieser Zeit machte, gehörten zusammen.

Die Herde gab der Stute dabei soziale Sicherheit und wurde zu einem festen Bestandteil ihres neuen Alltags.

Auch der Stallalltag ist zunächst neu

Mit dem Wechsel in einen Bewegungsstall lernt ein Pferd nicht nur eine neue Herde kennen. Auch die Wege durch die Anlage, die verschiedenen Funktionsbereiche und die Fütterung unterscheiden sich von dem Alltag, den ein Pferd aus der Box kennt.

Dazu gehören bei uns auch die Futterstationen.

Wir zeigen den Pferden in aller Ruhe, wie diese funktionieren. Nach unserer Erfahrung reichen dafür wenige kurze Einheiten. Das Kennenlernen geschieht ruhig und stressfrei – und die Pferde verstehen sehr schnell, wo es etwas zu fressen gibt.

Wir nennen das bei uns gerne die „Fressintelligenz“ der Pferde.

Dabei beobachten wir immer wieder, dass neue Pferde den anderen Pferden an den Stationen zuschauen und die Anlage anschließend auch selbst erkunden. Die Futterstation wird so schnell zu einem ganz normalen Bestandteil ihres Stallalltags.

Futterstation und Pferdeanhänger sind zwei unterschiedliche Situationen

Manche Pferdebesitzer fragen uns, wie ihr Pferd mit einer Futterstation zurechtkommen wird, wenn es beispielsweise nicht gerne in einen Pferdeanhänger geht.

Für das Pferd sind das zwei unterschiedliche Situationen. In einen Anhänger soll das Pferd einsteigen. In die Futterstation geht es selbstständig. Es entscheidet selbst, wann es sie betritt, und verlässt sie anschließend nach vorne wieder.

Unsere Erfahrung aus zwölf Jahren Bewegungsstall zeigt, dass die Pferde mit diesen Anlagen völlig problemlos umgehen.

Aus Neuem wird Alltag

Ein Pferd aus Boxenhaltung lernt beim Wechsel in unseren Bewegungsstall besonders viele neue Dinge kennen: das Leben innerhalb einer größeren Herde, die freie Bewegung durch die Anlage und eine neue Form der Fütterung.

Die Integration folgt dabei demselben Grundgedanken wie bei jedem neuen Pferd: Jedes Pferd lernt seine neue Umgebung in seinem eigenen Tempo kennen.

So wird aus einer zunächst neuen Umgebung Schritt für Schritt ein ganz selbstverständlicher Alltag innerhalb der Herde.

Unser Bewegungsstall in Denkendorf

Du möchtest sehen, wie wir dieses Haltungskonzept im Alltag umsetzen? Auf unserer Stallseite findest du Herde, Anlage, Versorgung und Eingliederung im Überblick.

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